Ukrainische Aktivist*innen für Frauen- und LGBTIQ-Rechte sind in Gefahr

An einer Demonstration zum Internationalen Frauentag teilzunehmen ist in der Stadt Uschhorod in der Westukraine gefährlich geworden. In den letzten zwei Jahren griffen Mitglieder rechtsradikaler Gruppen Teilnehmer*innen der Demonstrationen an. Unter den Verletzten war auch Vitalina Koval.

Die 28-Jährige engagiert sich in der LGBTIQ-Community und half beim Aufbau eines LGBTIQ-Gemeindezentrums, das wöchentliche Treffen abhielt. Vitalina hatte auch die Demonstration am 8. März 2018 organisiert und sich extra die Zusicherung des stellvertretenden Polizeichefs geholt, dass das Ereignis von der Polizei geschützt werden würde.

Trotzdem beschimpften sechs Mitglieder der Gruppe „Karpatska Sich“ die Protestierenden und überschütteten sie mit roter Farbe. Vitalinas Augen wurden verätzt.

Seit April 2017 hat Amnesty International über 30 Angriffe durch rechtsextreme Gruppen in der Ukraine registriert, doch bis jetzt gibt es nur in einem dieser Fälle rechtliche Konsequenzen für die Täter*innen.

Es ist an der Zeit, dass die ukrainischen Behörden das Problem wachsender Gewalt durch rechtsextreme Gruppen anerkennen und notwendige Änderungen an den Richtlinien und Regeln vornehmen, die das Verhalten der Polizei bei öffentlichen und geschlossenen Versammlungen regeln.

Fordere jetzt von den ukrainischen Behörden, Vitalina und alle anderen Menschenrechtsverteidiger*innen in der Ukraine vor hassmotivierten Angriffen zu schützen.

Dieser Appell richtet sich an Innenminister Arsen Avakov.

Mehr Informationen und Appelladdressen findest du hier.