Taner Kılıç & Istanbul 10, Menschenrechtsverteidiger*innen in der Türkei

Mittwoch, der 5. Juli 2017, beginnt für Idil Eser, Amnesty-Direktorin in der Türkei, genau wie die beiden Tage zuvor – mit der Teilnahme an einem Workshop. Gemeinsam mit Özlem Dalkıran von Avaaz und sechs anderen türkischen Menschenrechtsverteidiger*innen trifft sie den deutschen Trainer Peter Steudtner und den schwedischen IT-Experten Ali Gharavi, um sich mit IT-Sicherheit und dem gewaltfreien Umgang mit Konflikten auseinanderzusetzen.

Doch anders als die Tage zuvor endet der 5. Juli für die zehn Aktivist*innen im Gefängnis. Gerade als der Workshop anfangen soll, stürmt die Polizei das Gebäude und nimmt sie alle fest. Ihnen wird die Unterstützung einer bewaffneten terroristischen Organisation vorgeworfen.

Das Vorgehen der türkischen Regierung gegen Kritiker*innen hat mittlerweile dramatische Ausmaße angenommen. Taner Kılıç, der Vorsitzende der türkischen Amnesty Sektion, befindet sich seit Juni 2017 in Haft und wird fälschlicher Weise beschuldigt, Mitglied einer Terrororganisation zu sein.

Die Vorwürfe gegen Taner Kılıç & Istanbul 10 sind schlicht absurd. Die Istanbul 10 wurden mittlerweile aus der Untersuchungshaft entlassen, doch bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu 15 Jahre Gefängnis. Taner Kılıç ist seit sieben Monaten zu Unrecht inhaftiert.

An jedem Tag, den sie im Gefängnis verbringen müssen, sind die Menschenrechte jener, für die sie ihre Stimme erheben, in Gefahr.