VERHAFTUNGSWELLE IN DER TÜRKEI GEHT WEITER: NUN AUCH AMNESTY-DIREKTORIN FESTGENOMMEN.

Innerhalb von nur einem Monat wurde eine zweite, hochrangige Amnesty-Mitarbeiterin in der Türkei verhaftet: Idil Eser, Direktorin von Amnesty-Türkei, und sieben weitere Verteidiger*innen der Menschenrechte sowie zwei Trainer aus Deutschland und Schweden wurden am Mittwoch, den 5. Juli, nach einem Workshopbesuch festgenommen.

Nun wurde über Idil Eser und weitere Menschenrechtsverteidiger*innen Untersuchungshaft verhängt. Sie werden verdächtigt „ein Verbrechen im Namen einer Terrororganisation verübt zu haben, ohne Mitglied zu sein“. Auch Taner Kiliç, der Präsident der türkischen Amnesty-Sektion, sitzt wegen völlig haltloser Terrorvorwürfe seit Anfang Juni hinter Gittern.

Derartige Angriffe gegen Verteidiger*innen der Menschenrechte nehmen in der Türkei zu. Erdogans Regierung missbraucht ihre Macht und verfolgt die, die für Menschenrechte einstehen.

Idil Eser und alle anderen, die am 5. Juli festgenommen wurden, haben nichts Falsches getan. Wir fordern, dass sie sofort und bedingungslos freigelassen werden.

Bei den sechs Menschenrechtsverteidiger*innen, die in Untersuchungshaft gesperrt wurden, handelt es sich um Idil Eser (Amnesty International), Günal Kursun (Human Rights Agenda Association), Özlem Dalkıran (Citizens’ Assembly), Veli Acu (Human Rights Agenda Association) Ali Gharavi (IT strategy consultant) und Peter Steudtner (non-violence and wellbeing trainer).

Bei den vier auf Bewährung Freigelassenen handelt es sich um Nalan Erkem  (Citizens Assembly), Ilknur Üstün (Women’s Coalition), Nejat Tastan (Equal Rights Watch Association) und Seyhmus Özbekli (Rights Initiative).

Taner Kiliç, Vorstand von Amnesty International Türkei, war bereits am 6. Juni zusammen mit 22 weiteren Anwälten verhaftet und in Untersuchungshaft genommen worden. Die Behörden werfen ihm ohne jeden Beweis vor, der Bewegung von Fethullah Gülen nahezustehen, die sie für den Putschversuch vor einem Jahr verantwortlich machen.

 

Dieser Appell richtet sich an den türkischen Justizminister Bekir Bozdağ.

(Es werden nur Vor- und Nachname mit dem Appell übermittelt).