Seit Jahren gehen im Iran Menschen für ihre Rechte auf die Straße und erfahren dafür massive Gewalt von den Behörden. Zwischen Dezember 2025 und Jänner 2026 kam es erneut zu landweiten Protesten, die mit tödlicher Gewalt niedergeschlagen wurden. Friedlicher Protest ist ein Menschenrecht. Fordere ein Ende der Gewalt!
Als am 28. Dezember 2025 landesweite Proteste ausbrachen, reagierten die Behörden mit harter Hand und gingen mithilfe des Militärs gegen Demonstrierende vor. Sie setzten pauschal und rechtswidrig Schusswaffen ein und wandten auch andere tödliche Gewalt an. Die Proteste im Iran erreichten einen Höhepunkt am 8. und 9. Jänner 2026, als in mehreren Städten und Gemeinden im ganzen Land demonstriert wurde. Allein an diesen beiden Tagen wurden Tausende Protestierende und Unbeteiligte getötet und Zehntausende festgenommen.
Es kam zu einer landesweiten, fast dreimonatigen Internetsperre. Diese war eine weitere Maßnahme der iranischen Behörden, Proteste einzuschränken und ein bewusster Versuch, die Menschen daran zu hindern, Bilder und Videos von der unrechtmäßigen Gewaltanwendung durch die Sicherheitskräfte zu verbreiten.
Nach den Angriffen durch die USA und Israel im Frühjahr 2026 verschärfte die Regierung der Islamischen Republik Iran die Unterdrückung im Land noch mehr und führte als Rechtfertigung „Kriegsbedingungen“ an. Inhaftierungen und die Verhängung der Todesstrafe werden als Instrument der politischen Unterdrückung genutzt, um die Menschen in Angst zu versetzen und die Protestbewegung niederzuschlagen.
- Die sofortige Beendigung der gewaltsamen Unterdrückung von Demonstrant*innen, einschließlich der sofortigen Anweisung des Obersten Rates für Nationale Sicherheit an die Sicherheitskräfte, den rechtswidrigen Einsatz von Gewalt und Schusswaffen einzustellen.
- Die sofortige und bedingungslose Freilassung aller Personen, die ausschließlich wegen ihrer friedlichen Teilnahme an Demonstrationen oder wegen der Bekundung ihrer Unterstützung für Demonstrationen inhaftiert wurden. Alle Inhaftierten müssen vor Folter und anderer Misshandlung geschützt werden und unverzüglich Zugang zu ihren Familien, Rechtsanwält*innen und der erforderlichen medizinischen Versorgung erhalten.
- Die Aufhebung der Todesurteile und dass keine weiteren ausgesprochen werden.
Friedlicher Protest ist ein Menschenrecht. Er darf nicht mit Gewalt oder dem Tod bestraft werden. Fordere jetzt ein Ende der rechtswidrigen Gewalt gegen Protestierende im Iran!
Dieser Appell richtet sich an Gholamhossein Mohseni Ejei, Oberste Justizautorität via die iranische Botschaft in Wien.
Bitte beachten: Allen Personen mit persönlichen Beziehungen in den Iran raten wir, eine Teilnahme zu prüfen. Dieses Schreiben wird mit Vor- und Nachname an den Adressaten im Land gesandt.
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