Seit Jahren gehen im Iran Menschen für ihre Rechte auf die Straße und erfahren dafür massive Gewalt von den Behörden. Seit Dezember 2025 kommt es erneut zu landesweiten Protesten. Sicherheitskräfte reagieren abermals brutal, setzen unrechtmäßig Gewalt ein und führen willkürliche Massenverhaftungen durch. Unzählige Menschen wurden bereits getötet und von Folter und Misshandlung bedroht. Eine Internetsperre erschwert zunehmend den Zugang zu Informationen. Fordere ein Ende der Gewalt!
Die aktuellen Proteste erreichten einen Höhepunkt am 8. Januar, als in mehreren Städten und Gemeinden im ganzen Land demonstriert wurde und es zu einer landesweiten Internetsperre kam. Diese ist eine weitere Maßnahme der iranischen Behörden Proteste einzuschränken und ein bewusster Versuch, die Menschen daran zu hindern, Bilder und Videos von der unrechtmäßigen Gewaltanwendung durch die Sicherheitskräfte zu verbreiten. Weiterhin nutzen die iranischen Behörden Inhaftierungen und die Todesstrafe als Instrument der politischen Unterdrückung, um die Menschen in Angst zu versetzen und die Protestbewegung niederzuschlagen. Wir sind zutiefst besorgt um das Leben der Demonstrierenden im Iran.
Wir müssen dringenden globalen Druck auf die iranischen Behörden ausüben, damit diese den rechtswidrigen Einsatz von Gewalt, Schusswaffen und anderen verbotenen Waffen gegen Demonstrant*innen im Rahmen der anhaltenden landesweiten Proteste unverzüglich einstellen. Zudem muss auch die vollständige Sperrung des Internets im ganzen Land sofort beendet und sicherstellt werden, dass die Menschen freien Zugang zum Internet haben.
Fordere mit uns:
- Die sofortige Beendigung der gewaltsamen Unterdrückung von Demonstrant*innen, einschließlich der sofortigen Anweisung des Obersten Rates für Nationale Sicherheit an die Sicherheitskräfte, den rechtswidrigen Einsatz von Gewalt und Schusswaffen einzustellen.
- Die sofortige und bedingungslose Freilassung aller Personen, die ausschließlich wegen ihrer friedlichen Teilnahme an Demonstrationen oder wegen der Bekundung ihrer Unterstützung für Demonstrationen inhaftiert wurden. Alle Inhaftierten müssen vor Folter und anderer Misshandlung geschützt werden und unverzüglich Zugang zu ihren Familien, Rechtsanwält*innen und der erforderlichen medizinischen Versorgung erhalten.
- Die sofortige Aufhebung aller Beschränkungen des Zugangs zum Internet, damit die Menschen Informationen austauschen und ihre Meinung frei äußern können, da die Unterbrechung der Kommunikation über das Internet einen systematischen Angriff auf das Recht auf freie Meinungsäußerung darstellt.
- Die Aufhebung der Todesurteile und dass keine weiteren ausgesprochen werden.
Friedlicher Protest ist ein Menschenrecht. Er darf nicht mit Gewalt oder dem Tod bestraft werden. Fordere jetzt ein Ende der rechtswidrigen Gewalt gegen Protestierende im Iran!
Dieser Appell richtet sich an Gholamhossein Mohseni Ejei, Oberste Justizautorität via die iranische Botschaft in Wien.
Bitte beachten: Allen Personen mit persönlichen Beziehungen in den Iran raten wir, eine Teilnahme zu prüfen. Dieses Schreiben wird mit Vor- und Nachname an den Adressaten im Land gesandt.
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